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Wachstumshormon-Mangel/-Defizit


Bei Kindern, die sehr wenig Wachstumshormon produzieren, kann die Diagnose Wachstumshormonmangel, oder wenn sie gar keines produzieren, Wachstumshormondefizit gestellt werden. Diese zwei Begriffe werden oft synonym verwendet, oft abgekürzt als GHD.

 

Ursachen

Ein Wachstumshormonmangel kann schon bei der Geburt bestehen oder irgendwann im Säuglingsalter oder in der Kindheit auftreten, wobei eine Verlangsamung des Wachstums das deutlichste Anzeichen ist. Normalerweise ist er darauf zurückzuführen, dass die Hypophyse nicht genügend Wachstumshormon produziert.  Bei vielen Menschen bleibt die Ursache des Wachstumshormonmangels unbekannt. Einige Ursachen sind jedoch bekannt:

  • Ein Tumor im Hypophysenbereich
  • Behandlung von Gehirntumor oder Krebs
  • Schwere Kopfverletzung

Kinder mit Wachstumshormonmangel haben oft eine sog. 'Stammfettsucht' (d.h. im Vergleich zu Armen und Beinen ist der Rumpf eher rundlich), ein 'Puppengesicht', kleine Hände und Füße sowie eine hohe Stimme.

Die Diagnose wird anhand von Untersuchungen der Körperlänge und Wachstumsgeschwindigkeit sowie verschiedenen laborchemischen Untersuchungen (Stimulationstests) gestellt.


Behandlung

Die Behandlung mit Wachstumshormon muß von einem Facharzt für Kinderheilkunde in einer endokrinologischen Ambulanz eingeleitet werden. Dieser führt auch die notwendigen regelmäßigen Kontrollen während dieser Behandlung durch.

Die Therapie des Wachstumshormonmangels erfolgt durch tägliche Gabe von gentechnologisch hergestelltem Wachstumshormon. Es wird nur soviel Wachstumshormon hinzugefügt, wie der Körper normalerweise selbst produzieren würde. Bei Kindern mit GHD führt die Behandlung mit Wachstumshormon zu einer spürbaren Beschleunigung der Wachstumsgeschwindigkeit, sie steigert das Längenwachstum und spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Stoffwechsels. Viele Kinder können dadurch ihre potentielle Erwachsenengröße - die von der Größe ihrer Eltern abhängt - erreichen. Ein frühzeitiger Beginn der Therapie ist sehr wichtig, da die Ergebnisse der erreichten Endgröße dann besser sind als bei späterem Beginn.

 


Die Therapie wird zunächst bis zum Wachstumsabschluss durchgeführt. Da Wachstumshormon eine Vielzahl von Stoffwechselfunktionen auch nach Abschluss des Längenwachstums wahrnimmt, kann eine Therapie nach der Kindheit angezeigt sein. Hierzu bedarf es einer eingehenden Untersuchung beim speziell dafür ausgebildeten Hormonspezialisten (Endokrinologen).