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Kleinwuchs infolge einer intrauterinen Wachstumsverzögerung (SGA = Small for Gestational Age)


Ein Baby, das leichter/kleiner zur Welt kommt, als es für die Zeit seines Wachstums im Uterus (sein Gestationsalter) sein sollte, wird oft als SGA-Baby bezeichnet. Man spricht bei diesen Babys auch von intrauteriner  Wachstumsretardierung, oft abgekürzt IUGR. Das bedeutet, dass sie im Mutterleib nicht richtig gewachsen sind.

Ca. 5% aller Neugeborenen sind zu klein bezogen auf die Schwangerschaftsdauer (SGA) und liegen hinsichtlich Körperlänge und/oder Körpergewicht unter dem Normbereich.  Das genaue Gewicht von Babys, die als klein für die Schwangerschaftsdauer angesehen werden, hängt davon ab, wie viele Wochen die Schwangerschaft der Mutter dauerte. Bei Termingeburten sind es normalerweise weniger als 2.600 Gramm Gewicht und/oder unter 47cm Länge (unterhalb der 3. Percentile).

Die meisten SGA-geborenen Kinder entwickeln bis zum Alter von 2 Jahren ein spontanes Aufholwachstum und erreichen eine normale Größe, doch bei immerhin 10% der betroffenen Kindern ist dies nicht der Fall.

 

Ursachen

Es gibt viele Ursachen für intrauterine Wachstumsretardierung, beispielsweise genetische Defekte, Plazentainsuffizienz und mütterliche Faktoren wie Herz-Kreislauf-Erkrankung oder häufige Schwangerschaften. In den meisten Fällen bleibt die Ursache jedoch unklar. Der Wachstumshormonstatus bei Kindern mit IUGR reicht von normal bis zum Defizit. Man nimmt daher an, dass der verminderte Wuchs auf Nichtansprechen auf körpereigenes Wachstumshormon und/oder andere Wachstumsfaktoren zurückzuführen ist. Die Behandlung mit Wachstumshormon scheint diese Unempfindlichkeit zu überwinden, und die Wachstumsgeschwindigkeit kann sich unabhängig vom angeborenen Wachstumshormonstatus bis zum Normalbereich steigern.

SGA-geborene Kinder, die in den ersten zwei Lebensjahren kein spontanes Aufholwachstum entwickeln, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch als Erwachsene kleinwüchsig bleiben. Darüber hinaus wird Kleinwuchs infolge SGA in der Fachwelt als kausaler Risikofaktor für ein ganzes Spektrum gesundheitlichen Spätfolgen und Entwicklungsstörungen diskutiert. In vergleichenden Studien zeigen sich erhöhte Risiken u. a. für koronare Herzerkrankungen, Schlaganfall, Diabetes mellitus und reduzierte Knochen-dichte/Osteoporose im Erwachsenenalter. Nicht minder gravierend für die Lebensperspektive der SGA-Kinder sind mögliche psychosoziale Störungen. Hierzu zählen eine allgemein reduzierte Sozialkompetenz und Verhaltensauffälligkeiten, insbesondere Konzentrationsschwäche und Aufmerksamkeitsdefizite, Stimmungsschwankungen, Unausgeglichenheit, aber auch vermindertes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl.